Dein Wegweiser


Finde Deine eigene Richtung

Du hast eine Diagnose erhalten und die lautet „Typ-1-Diabetes“! Das ist erst mal ein Schock und oft mit Sorgen in Bezug auf neue Herausforderungen* verbunden. Aber hey! Kein Grund zur Panik, denn wir haben eine gute Nachricht für Dich: Dein neuer Alltag mit Diabetes ist zu bewältigen! Was Du über Insulin und seine Wirkungsweise wissen musst, wie Du das Insulin in Deinen Körper bekommst und was Du auch beim Reisen und Feiern beachten solltest, das erfährst Du auf dieser Seite!

*Herausforderungen: Gestaltung des Alltags, kontinuierliche Kontrolle des Blutzuckers, Beachtung von Besonderheiten bzgl. Ernährung, Alkoholkonsum, Sport, Bewältigung von Stress und der zukünftigen Lebensplanung

Insulin, seine Wirkungsweise und Deine Möglichkeiten


Was ist Insulin überhaupt? Wie wirkt es? Und welche Möglichkeiten hast Du überhaupt, es Dir zu verabreichen? Fragen über Fragen... Die Diagnose wird einige Unklarheiten mit sich gebracht haben. Aber keine Sorge: In diesem Video erfährst Du kurz und prägnant die vorerst wichtigsten Fakten über Insulin.

Wenn Du Deinen Körper gut mit Insulin versorgst, kannst Du alles machen, was Du vorher auch gemacht hast, Du fühlst Dich gut, bist fit und leistungsfähig!

Dein Langzeitblutzuckerwert oder Blutzuckergedächtnis (HbA1C) wird individuell mit dem Arzt vereinbart und sollte unter 7% liegen.

Blutzucker Deine Zielwerte
Vor dem Essen 70 – 130 mg/dl / 4,0 – 7,0 mmol/l
Nach dem Essen 90 – 180 mg/dl / 5,0-10,0 mmol/l
Vor dem Schlafengehen 80-140 mg/dl / 4,4-7,8 mmol/l
Langzeitglukosewert HBA1c Unter 7%

QUELLE
DiMeglio et al. ISPAD Clinical Practice Consensus Guidelines 2018: Glycemic control targets and glucose monitoring for children, adolescents, and young adults with diabetes. Pediatric Diabetes 2018; 19 (Suppl. 27): 105 –114.

Wenn Du es schaffst, Deinen Blutzucker gut unter Kontrolle zu halten, kann es trotzdem immer wieder passieren, dass Du leichte Unterzuckerungen hast.

Leichte Unterzuckerungen sind kein Grund zur Besorgnis, außer sie treten sehr häufig auf, dann muss die Insulindosis angepasst werden. Schwere Unterzuckerungen, bei denen Du auf Fremdhilfe angewiesen bist, sind aufgrund der modernen Therapien (neue Insuline, Pumpen, Sensoren) und der häufigeren Blutzuckermessung, sehr selten geworden.

Bitte sprich mit Deinem Diabetesteam darüber, wie Du solche schweren Unterzuckerungen vermeiden kannst (z. B. nach Sport oder Alkohol).

So bewahrst Du Dein Insulin richtig auf


Die Insulinpatrone oder der Fertigpen, die Du benutzt, können üblicherweise bis zu 28 Tage außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden, sofern das Verfallsdatum noch nicht überschritten ist. Allerdings dürfen sie nicht übermäßiger Hitze oder Kälte ausgesetzt werden.

Das Insulin, das Du „auf Vorrat“ hast, kann bis zum Ablauf seiner Haltbarkeit einfach im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Insulin darf jedoch nicht einfrieren.

Gib’s dir


Die Insulinpatrone oder der Fertigpen, die Du benutzt, können üblicherweise bis zu 28 Tage außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden, sofern das Verfallsdatum noch nicht überschritten ist. Allerdings dürfen sie nicht übermäßiger Hitze oder Kälte ausgesetzt werden.

Das Insulin, das Du „auf Vorrat“ hast, kann bis zum Ablauf seiner Haltbarkeit einfach im Kühlschrank aufbewahrt werden. Das Insulin darf jedoch nicht einfrieren.

Darauf musst Du achten:

Das korrekte Setzen von Spritzen oder eines Katheters bedarf etwas Übung. Keine Sorge, Dein Diabetesteam wird Dir zeigen, wie Du eine Insulininjektion durchführst...

Wechsle nach jeder Injektion die Nadel Deines Pens!

Wechsle regelmäßig die Injektions- oder Katheterstelle. Mit der Zeit kann es ansonsten zu Verdickungen im Fettgewebe ("Spritzstellen") kommen, wodurch die Insulinaufnahme unregelmäßig und weniger wirksam wird.

Eine App, in der Du Deine Insulingaben notierst, oder ein Blutzuckertagebuch können Dir helfen, ein besseres Gefühl für Deine Insulintherapie zu bekommen.

Niemand möchte von der Nadel eines anderen verletzt werden. Sorge dafür, dass Deine gebrauchten Nadeln oder Katheter sicher entsorgt werden.

Dein Alltag mit Diabetes


Geschafft – Du wurdest endlich wieder aus dem Krankenhaus entlassen und darfst in Deinen Alltag zurück!

Doch worauf solltest Du jetzt am besten achten? Wie werden Deine Mitschüler reagieren?

Das wichtigste vorweg: Geh offen und entspannt mit Deinem Diabetes um! Rechne mit Fragen und erkläre geduldig, was es mit der Erkrankung auf sich hat.

So hältst Du Deinen Blutzucker im Zaum:

1. Blutzuckermessung


Die Blutzuckermessung oder der Blick auf Dein Gerät zur kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) zeigen Dir, was gerade im Körper passiert. Es ist daher wichtig, dass Du Dein Blutzuckermessgerät oder Deinen CGM-Monitor bzw. Dein Handy mit einer CGM-App immer dabei hast, auch in der Schule.

2. Zählen der Kohlenhydrate


Ob Mensa oder mitgebrachte Sachen von zuhause: Wichtig ist, dass Du die Kohlenhydrate gut einschätzen kannst. Vielleicht kannst Du auch ein Gespräch mit dem Koch suchen, falls Du Dich für das Essen in der Kantine entscheidest. Sobald Du mit der Berechnung der Kohlenhydrate in den angebotenen Gerichten vertrauter wirst, wirst Du Deine Essenswahl unabhängiger treffen und die richtige Insulindosis berechnen können.

3. Insulinabgabe


Deine Mitschüler werden sicher fragen, wie das mit der Insulininjektion funktioniert. Entscheide für Dich, ob Du lieber in einem extra Raum in der Schule oder im Klassenzimmer Insulin spritzen möchtest. Eher diskret oder ganz offen Insulin zu geben, beides ist okay!

Zu viel des Guten? Was es bei Unterzuckerungen zu beachten gilt

  • Du solltest mit Deinen Freunden und Lehrern offen darüber sprechen können. Informiere Deine Freunde, wie sie erkennen können, dass Du gerade unterzuckert bist, damit sie Dir in einem solchen Fall helfen können.
  • Stelle sicher, dass Du immer ausreichend Traubenzucker oder andere schnellwirksame Kohlenhydrate in der Jackentasche, im Rucksack und der Sporttasche hast.
  • Im Klassenraum und in der Sporthalle solltest Du immer ein Depot mit Saft, Müsliriegel und Traubenzucker in einer Box haben, falls Dir der Traubenzucker mal ausgeht.
  • Wenn eine Unterzuckerung sofort und richtig behandelt wird, verursacht sie normalerweise nur wenige oder gar keine Probleme.
  • Informiere Deine Schule / Deine Lehrer, dass es vorkommen kann, dass Du auch während der Stunde essen musst.
  • Es kann hilfreich sein, Mahlzeiten und Snacks vorauszuplanen.
  • Für weitere Informationen zum Thema Unterzuckerung schau auch gerne hier vorbei.

Der Schulalltag und seine Tücken


Nicht nur Deine Ernährung wirkt sich auf Deinen Blutzuckerspiegel aus. Auch Sport oder Stressphasen durch bevorstehende Prüfungen oder Ärger mit Deinen Mitschülern beeinflussen Deine Werte.

Prüfungen


Prüfungsstress und Stress allgemein, erhöht normalerweise den Blutzucker. Deine Lehrer sollten wissen, dass Du Diabetes hast. Wenn Du während einer Klassenarbeit eine Unterzuckerung hast, sage dem Lehrer Bescheid. Es ist möglich, dass Du die verlorene Zeit, bis Du wieder klar denken kannst, nachschreiben kannst. Dafür stellen Deine Eltern einen Antrag auf „Nachteilsausgleich“ bei der Schule.

Mobbing


Mobbing kann auftreten – und sehr beängstigend sein. Falls Du gemobbt wirst, solltest Du versuchen, mit jemandem darüber zu sprechen, dem Du vertraust, und etwas dagegen unternehmen. Sei offen und ehrlich über Deinen Diabetes – das kann helfen! Für weitere Informationen und Unterstützung solltest Du immer mit Deinem Diabetesteam darüber sprechen können. Denk daran: Mit Deinen Sorgen bist Du nicht allein!

Sportunterricht


Selbstverständlich kannst Du weiter Sport treiben, von Freizeit- über Vereins- bis hin zu Hochleistungssport – alles ist möglich! Wichtig ist, Deinen Blutzuckerspiegel vor, während und nach dem Sport zu messen. Je nach Sportart und Höhe Deines Blutzuckerspiegels musst Du kohlenhydratreiche Lebensmittel zu Dir nehmen und vielleicht sogar noch Dein Insulin vermindern, um eine Unterzuckerung zu vermeiden.

Sport ist Mord? Nicht für Dich!


Sport ist ein Schlüsselfaktor für eine gute Blutzuckerkontrolle – Doch vor allem sollte er Spaß machen!

Welche Vorteile bringt körperliche Fitness mit sich?

  • Du kannst in einem Fitnessstudio oder Sportverein neue Leute kennenlernen.
  • Wenn Du fit bist, fühlst Du Dich besser in Deiner Haut und bist leistungsfähiger.
  • Wenn Du sportlich aktiv bist, kannst Du Deinen Diabetes normalerweise besser kontrollieren.
  • Durch Sport kannst Du das Risiko späterer Komplikationen reduzieren.
  • Dein Herz und Deine Blutgefäße bleiben eher gesund.
  • Sport ist ein guter Weg, um Stress abzubauen.

Es gibt unterschiedliche Einflussfaktoren auf den Blutzucker, die beim Sport bedacht werden sollten. Abhängig sind diese von der Art / Dauer / Intensität der sportlichen Aktivität.
Weitere Einflussfaktoren auf den Blutzuckerspiegel sind der Trainingszustand, die Tageszeit, Art und Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate und der Alkoholkonsum.
Zusätzlich sind der Zeitpunkt und die Menge des letzten Mahlzeiteninsulins sowie die Basalrate / das Basalinsulin zu bedenken.

Unsere Tipps:

  • Passe die Insulindosis an.
  • Erhöhe die Kohlenhydratzufuhr und achte auf genügend Flüssigkeit.
  • Miss den Blutzucker. Ein guter Ausgangsblutzucker wäre z. B. 150 –180 mg / dl. Auch ruhig mal dazwischen und vor allem nach dem Sport den Blutzucker messen.
  • Führe immer Kohlenhydrate für einen Notfall mit und bedenke, dass noch 6 – 11 Stunden nach dem Sport eine Unterzuckerung auftreten kann.
  • Informiere Deine Trainer und Freunde über Unterzuckerungen und was sie in diesem Fall tun müssen (sie können es nicht selbst wissen).
  • Sorge dafür, dass Du alles dabeihast, was zur Behandlung einer Unterzuckerung notwendig ist.
  • Und wie immer gilt: Treibe keinen Sport, wenn Du krank bist.

Sex, Drugs and Diabetes


Trotz Diabetes bist Du ein ganz normaler Mensch. Cool oder? Und als dieser möchtest Du bestimmt auch mal mit Deinen Freunden feiern gehen und Dinge wie Sex und die erste Liebe werden natürlich auch bei Dir zum Thema.

Es gibt unterschiedliche Einflussfaktoren auf den Blutzucker, die beim Sport bedacht werden sollten. Abhängig sind diese von der Art / Dauer / Intensität der sportlichen Aktivität.
Weitere Einflussfaktoren auf den Blutzuckerspiegel sind der Trainingszustand, die Tageszeit, Art und Menge der aufgenommenen Kohlenhydrate und der Alkoholkonsum.
Zusätzlich sind der Zeitpunkt und die Menge des letzten Mahlzeiteninsulins sowie die Basalrate / das Basalinsulin zu bedenken.

Mit Diabetes leben bedeutet, sich um Dinge kümmern zu müssen, um die sich die meisten Deiner Freunde nicht kümmern müssen.
Zwar sind Schokolade, Kekse und Chips nicht verboten, aber das notwendige Berechnen und die Insulingaben nehmen doch etwas die Spontanität und manchmal auch die Lust am Essen. Als Erstes solltest Du aber aufhören zu denken, dass einige Nahrungsmittel gut und andere schlecht sind.

Die Menge macht’s!

Wie Du bereits im Video gesehen hast, gilt das auch für Deinen Alkoholkonsum.
Wir haben die wichtigsten Fakten noch einmal für Dich zusammengefasst:

  • Alkohol muss in der Leber entgiftet werden, das braucht viele Stunden.
  • Wenn Alkohol entgiftet wird, kann die Leber nicht mehr genug Zucker in das Blut abgeben. Daher kann es nach Alkoholgenuss zu tiefen und schweren Unterzuckerungen kommen.
  • Trotz Diabetes Typ 1 kannst Du Alkohol trinken, aber in Maßen und mit Verstand.
  • Trinke bewusst und bleib im Limit: mehr Info unter: www.kenn-dein-limit.info (für Teenager), oder unter: www.kenn-dein-limit.de (für junge Erwachsene).
  • Im Fall einer Unterzuckerung durch Alkoholkonsum ist Deine Fähigkeit, Dir selbst zu helfen, stark reduziert. Das müssen Deine Freunde und Familie wissen!
  • Injiziere kein Mahlzeiteninsulin für das Getränk mit Alkohol, das Du trinkst.
  • Iss immer einen kleinen Snack zu jedem alkoholischen Getränk oder mische Alkohol mit einem zuckerhaltigen Getränk zusammen.
  • Damit Du nachts bzw. am frühen Morgen nicht unterzuckerst: das Basalinsulin schon am Vorabend vermindern oder die Basalrate absenken. Iss noch 2–4 Kohlenhydrateinheiten, bevor Du schlafen gehst. Korrigiere einen erhöhten Zucker nur sehr vorsichtig vor dem Schlafengehen. Bitte Deine Eltern oder Deine/n Freund/in, frühmorgens den Blutzucker einmal zu messen.

Tschüss, Adios – Ich bin dann mal weg!


Diabetes bedeutet nicht, seinen Kopf in den Sand zu stecken! Nimm dafür lieber Deine Füße, denn auch Du kannst natürlich jederzeit in den Urlaub fahren.