Sexuelle Probleme: Es kommt häufiger vor, als Sie denken

Sexuelle Probleme, wie z. B. Erektionsstörungen, treten häufig bei Menschen mit Diabetes auf – denn hohe Blutzuckerwerte können Nerven- und Blutgefäße schädigen. Dadurch kann auch ein gesundes Sexualleben in Mitleidenschaft gezogen werden.1,2 Sprechen Sie deshalb Ihr Diabetes-Team darauf an, wenn Sie besorgt sind und verharren Sie nicht in der Isolation! In vielen Fällen können sexuelle Schwierigkeiten durch einen Arztbesuch gelöst werden und es wird wieder ein unbeschwertes Liebesleben möglich.

Sexuelle Probleme bei Männern…

Bei männlichen Diabetes-Patienten treten sehr häufig Erektionsstörungen auf. Je nach Datengrundlage werden Zahlen zwischen 30% und 90 % genannt.1 Diese sogenannte „erektile Dysfunktion“ kann viele Gründe haben, eine häufige Ursache sind Durchblutungsstörungen.

… und bei Frauen

Nicht nur bei Männern können durch Diabetes Probleme entstehen. Häufig berichten Frauen mit Diabetes über eine trockene Scheide und sexuelle Unlust. Es kann zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr kommen, was in immer mehr Frust und Angst vor weiteren Enttäuschungen mündet. Oft leiden Betroffene auch unter Pilzinfektionen der Scheide und Harnwegsinfektionen.

Warum können Probleme beim Sex entstehen

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern können Schwierigkeiten beim Sex vielfältige Ursachen haben:2

  • Schädigung von Blutgefäßen, besonders im Intimbereich
  • Schädigung von Nerven
  • Nebenwirkungen von Diabetesmedikamenten
  • Psychische Probleme, z.B. Depression, Versagensängste, Partnerprobleme sowie gesundheitliche Sorgen
  • Hormonstörungen
  • Chronische Schmerzen

Kinderwunsch

Diabetes hat nur selten negativen Auswirkungen auf die weibliche Fruchtbarkeit. Allerdings kann Diabetes in Zusammenhang mit einer Erkrankung, dem sogenannten Polyzystischen Ovarsyndrom, stehen, das Zyklusstörungen hervorrufen kann. Sprechen Sie deshalb im Zweifelsfall mit Ihrem Arzt. Bei Männern kann die Fruchtbarkeit durch den ausbleibenden Samenerguss bei einer Erektionsstörung beeinträchtigt sein. Übergewicht beeinflusst bei beiden Geschlechtern negativ die Fruchtbarkeit.

Empfängnisverhütung

Menschen mit Diabetes können auf dieselbe Palette an Verhütungsmitteln wie Stoffwechselgesunde zurückgreifen. Da aber bei Verhütungstabletten wie der Antibabypille einige Einschränkungen aufgrund der Diabeteserkrankung gelten, sollten Sie vor Beginn der Einnahme mit Ihrem Arzt sprechen. Kondome gelten deshalb als empfehlenswerte Alternative.

Ihr Liebesleben muss nicht unter der Diabetes-Erkrankung leiden! Sowohl bei Frauen als auch bei Männern kann ein Arzt oder ein Psychologe dabei helfen, wieder ganz normal sexuell aktiv sein. Tun Sie deshalb den ersten Schritt und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin!

Quellen

  1. Malavige LS, Levy JC: Erectile dysfunction in diabetes mellitus. J Sex Med 2009; 5(9):1232-47.
  2. Hien P, Böhm P: Diabetes-Handbuch. Eine Anleitung für Praxis und Klinik. Springer. 2010; S. 111-112, S. 223-225.

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