Diabetes und Führerschein

Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann die Gefahr von Hypoglykämien ein Risiko für die Verehrssicherheit darstellen. Daher müssen Sie einige Dinge beachten, wenn Sie einen Führerschein machen möchten. Wenden Sie sich im Zweifelsfall auch an Ihr Diabetesteam, das Sie bei Fragen zu Diabetes und Verkehrssicherheit gerne unterstützt.

Kann man mit Typ-1-Diabetes den Führerschein machen?

Grundsätzlich können Menschen mit Diabetes, so wie alle anderen einen Führerschein machen. Aufgrund der bestehenden Hypoglykämiegefahr müssen Menschen mit Typ-1-Diabetes jedoch gewährleisten, dass sie Unterzuckerungen erkennen und behandeln können und ihre Stoffwechseleinstellung regelmäßig vom Arzt überprüfen lassen.1 Unter Umständen kann die Straßenverkehrsbehörde zum Nachweis der Fahrtauglichkeit ein medizinisches Gutachten einfordern.

Aufgrund der bestehenden Unterzuckerungsgefahr gilt nach der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) für die Fahrtauglichkeit von insulinpflichtige Patienten:

Kfz-Gruppe1, Klassen: A, A1, B, BE, M, L, T, sowie Motorräder und PKW Kfz-Gruppe 2 C, C1, C1E, D, DE, D1, D1E (LKW über 3,5t, Sattelschlepper u.ä.) sowie die KZF (Fahrgastbeförderung)
Menschen mit Typ-1-Diabetes sind ohne Einschränkung fahrtauglich Menschen mit Typ-1-Diabetes sind nur in Ausnahmefällen bei guter Stoffwechselführung ohne Unterzuckerung fahrtauglich
Wird im Führerscheinantrag nach dem Diabetes gefragt und wie sollte man antworten?

Ob in Antragsformularen nach dem Diabetes gefragt wird, ist in den verschiedenen Landkreisen unterschiedlich geregelt. Informationen über die Auflagen für Menschen mit Diabetes, die den Führerschein machen möchten, gibt es beim jeweiligen Landratsamt. Es sind drei Szenarien möglich:

Wenn...

Dann...

Es wird nicht nach dem Diabetes gefragt

Die Erkrankung muss nicht angegeben werden

Die Angabe zum Diabetes ist freiwillig

Man kann die Frage unbeantwortet lassen

Es wird nach einer Diabetes- Erkrankung (oder vorliegenden Krankheiten) gefragt

Hier sollte man wahrheitsgemäß beantworten oder die Beantwortung explizit verweigern. Wird die Frage wahrheitswidrig verneint, so kann der Führerschein entzogen werden, wenn der Diabetes z.B. bei einem Unfall bekannt wird. Oft ist die Fahrerlaubnis anschließend nur mit hohen Auflagen wiederzuerlangen2

Wann ist ein medizinisches Gutachten erforderlich?

Mit einem verkehrsmedizinischen Gutachten soll festgestellt werden, ob der Fahrer regelmäßig an Unterzuckerungen leidet und dadurch sich und andere Verkehrsteilnehmer gefährden kann.

Grundsätzlich gilt:

  • Bei einem Antrag auf Fahrerlaubnis für die Kfz-Gruppe 1 (Pkw- oder Motorradführerschein) kann die Straßenverkehrsbehörde die Erbringung eines Gutachtens einfordern, wenn ihr der Diabetes bei Antragstellung bekannt wird.3 Dieser Aufforderung muss man nachkommen.
  • Bei einem Antrag für die Fahrerlaubnis von Kfz- Gruppe 2 (Lkw, Bus oder Taxi) wird von einem insulinpflichtigen Mensch mit Diabetes immer ein verkehrsmedizinisches Gutachten verlangt.3
Wer erstellt das Gutachten?

Gemäß der FeV darf nur ein Arzt mit verkehrsmedizinischer Qualifikation, ein Amtsarzt oder ein Betriebsmediziner diese Gutachten erstellen. Dies darf nicht dieselbe Person wie der behandelnde Arzt sein.3

Um die Suche nach einem geeigneten Gutachter zu erleichtern, hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft Adressen von Diabetologen mit verkehrsmedizinischer Qualifikation in die Arztsuche auf www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de integriert.

Was wird beim Gutachten untersucht?

In einem verkehrsmedizinischen Gutachten wird überprüft, ob die Fahrtüchtigkeit des Patienten durch das Auftreten von Hypoglykämien oder durch bestehende Folgeerkrankungen eingeschränkt ist.

Der Gutachter beurteilt die Qualität der Stoffwechseleinstellung anhand des Blutzuckertagebuchs und des HbA1C. Eine körperliche Untersuchung auch auf Folgeerkrankungen gehört ebenfalls dazu.

Für das Gutachten ist das sorgfältige Führen eines Blutzuckertagebuchs von großer Bedeutung! Von einer guten Stoffwechselführung wird ausgegangen, wenn man nachweisen kann, dass es in den letzten 3 Monaten zu keiner Unterzuckerung gekommen ist.

Wer zahlt das Gutachten und wie viel kostet es?

Ein verkehrsmedizinisches Gutachten kostet abhängig vom Gutachter und je nach Region zwischen 300 und 500 Euro. Die Kosten muss der Antragsteller selbst tragen.

Unser Tipp: Ratschläge, die jeder insulinbehandelte Autofaher beherzigen sollte, um die eigene Sicherheit und die anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, können Sie hier herunterladen.

Quellen:

  1. Ebert, O.: Diabetes: Ihr Recht im Alltag. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Berlin, 2011: S. 27-34
  2. Ebert, O.: www.diabetes-und-recht.de/fuehrerschein/
  3. Verkehrsmedizinische Gutachten für Menschen mit Diabetes: DDG passt Arztsuche an EU-Führerscheinrichtlinien an. Pressemeldung der DDG vom 29.09.2011, online unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/nc/presse/ddg-pressemeldungen/meldungen-detailansicht/article/verkehrsmedizinische-gutachten-fuer-menschen-mit-diabetes-ddg-passt-arztsuche-an-eu-fuehrerscheinri.html

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