Von der diabetischen Nervenerkrankung ist – zunächst einmal – nicht das zentrale Nervensystem (ZNS) betroffen, das Gehirn und Rückenmark einschließt, sondern nur das periphere Nervensystem. Dieses umfasst alle Nerven im Körper, die zum zentralen Nervensystem hin und von ihm wegführen. Allerdings ziehen die schädlichen Veränderungen an den peripheren Nerven auch schon früh Veränderungen und Umbauvorgänge im ZNS nach sich.
Es gibt zwei Hauptformen der DPNP:
- Zum einen können sensible Nerven geschädigt sein. Diese sind u. a. für die Empfindung von Berührungen, Kälte oder Wärme sowie für die Steuerung von Muskeln verantwortlich.
- Zum anderen können auch autonome Nerven gestört sein. Diese steuern die Funktion der inneren Organe wie z. B. die Magen-/Darmbewegungen, den Herzschlag oder die Entleerung der Blase.
Die DPNP schädigt vor allem sensible Nerven (Nerven, die Sinnesreize an das ZNS leiten) und motorische Nerven (Nerven, die in umgekehrter Richtung auf Befehl des Gehirns Bewegungen etwa von Armen oder Beinen ausführen). Das äußert sich bevorzugt in den Füßen als Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen und kann schließlich sogar zur Schwächung und Lähmung von Muskeln führen. Bei der (vergleichsweise seltenen) Schädigung vegetativer Nerven ist eine starke Beeinträchtigung von Herzschlag, Magen-Darm-Bewegungen oder Blasenentleerung möglich.