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Insulin

Was macht Insulin im Körper?

Im natürlichen Stoffwechsel wird das von der Bauchspeicheldrüse produzierte körpereigene Hormon Insulin benötigt, um Glukose (Traubenzucker) in die Köperzelle aufnehmen zu können und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.1 Der in der Nahrung vorhandene Zucker kann so in lebensnotwendige Energie umgewandelt werden.

     
 
  
  1. Die in der Nahrung enthaltenen Kohlenhydrate werden bei der Verdauung in Zucker umgewandelt. Der kleinste Zuckerbaustein ist Glukose (Traubenzucker).
  2. Die Glukose wird ins Blut aufgenommen – der Blutzuckerspiegel steigt.
  3. Der Körper registriert den erhöhten Blutzuckerwert und sendet ein Signal zur Bauchspeicheldrüse.
  4. Diese setzt Insulin ins Blut frei.  
  1. Mit Hilfe des Insulins kann die Glukose in die Körperzellen aufgenommen werden. Insulin wirkt hierbei als eine Art Schlüssel, der die normalerweise verschlossenen Transportkanäle für Zuckermoleküle öffnet.
  2. Durch die Aufnahme der Glukose in die Zellen sinkt der Blutzuckerspiegel wieder.
 

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Funktioniert diese Aufnahme von Glukose in den Zellen nicht oder nur teilweise, wie es beim Diabetes mellitus der Fall ist, verbleibt die Glukose im Blut und erhöht ständig die Blutzuckerwerte – insbesondere nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten (in diesem Fall spricht man von einer Hyperglykämie). Auch der Urin kann zu viel Zucker enthalten (Glukosurie).

Fakten über Insulin

Ihre Bauchspeicheldrüse, eine Drüse, die hinter dem Magen liegt, produziert Insulin. Wenn Ihr Körper nicht mehr länger in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren oder das körpereigene Insulin effektiv zu verwerten, ist ein Insulinersatz die nächste Option. Es gibt viele Arten von Insulin, die wie folgt eingeteilt werden:

Analoginsuline

  • Schnell wirkende Analoginsuline beginnen den Blutzucker in Ihrem Blut 15 Minuten nach der Nahrungsaufnahme zu senken und wirken etwa für 3 bis 5 Stunden, nachdem sie gespritzt wurden. Zu den schnell wirkenden Analoginsulinen gehören Lispro, Aspart und Glulisin.
  • Analoginsuline mit lang anhaltender Wirkung wie Glargin und Detemir werden sehr langsam vom Blutstrom aufgenommen. Sie wirken nach 1 bis 2 Stunden und über 16-24 Stunden.
  • Analoginsuline sind erhältlich als Mischung aus schnell und lang wirkenden Präparaten. Diese Mischungen haben die gleiche Wirkung, als wenn man ein "basales" und ein "Bolus"-Insulin getrennt spritzen würde, aber ohne zwei getrennte Dosen verabreichen zu müssen.



Humaninsuline

  • Normales Insulin ist ein schnell wirkendes Insulin. Es beginnt den Blutzuckerspiegel 30 bis 60 Minuten nach der Nahrungsaufnahme zu senken und wirkt zwischen 5 und 8 Stunden, nachdem es gespritzt wurde.
  • Insuline mit mittlerer bis langandauernder Wirkung werden eingesetzt, um den Blutzuckerspiegel zwischen den Mahlzeiten und in der Nacht zu regulieren. NPH-Insulin (NPH = Neutralen Protamine Hagedorn) hat eine mittlere Wirkdauer von 10-14 Stunden.
  • Humaninsuline sind Mischformen aus normalem Insulin und Insulin mit einer mittleren Wirkdauer und arbeiten wie die Mischformen aus Analoginsulinen.

Insulintherapie

Für die wirkungsvolle Behandlung des Diabetes mellitus gibt es in der Insulintherapie zwei unterschiedliche Ansätze:

1. Die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Bei der ICT wird zu den Mahlzeiten ein kurzwirksames Insulin als sogenanntes "Bolus-Insulin" gespritzt. Diese Therapieform erlaubt dem Patienten ein ausgesprochen hohes Maß an Flexibilität. Denn die Dosierung erfolgt in Abhängigkeit vom gemessenen Ausgangsblutzucker und der Kohlenhydratmenge, die Sie zu sich nehmen möchten. Dies ermöglicht es Ihnen, auch mit wechselnden Essenszeiten und unterschiedlichen Kohlenhydratmengen zurechtzukommen.

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Mahlzeiteninsulinen:

Das kurzwirksame Analoginsulin3,4 wird direkt zu jeder Mahlzeit gespritzt. Eine Wartezeit zwischen Spritzen und Essen (Spritz-Ess-Abstand) entfällt also, weil die Wirkung unmittelbar eintritt. Die stärkste Wirkung ist nach ca. einer Stunde erreicht – Zwischenmahlzeiten sind nicht erforderlich. Die gesamte Wirkdauer liegt bei ca. 2 bis 3 Stunden. Durch die schnelle Wirkung kann dieses Insulin auch nach dem Essen gespritzt werden.

Das kurzwirksame Humaninsulin3,4 beginnt nach 30 Minuten zu wirken. So lange sollte mit dem Essen gewartet werden (Spritz-Ess-Abstand erforderlich). Das Wirkmaximum ist nach ca. 1 bis 2 Stunden zu erwarten. Da die Gesamtwirkdauer bis zu 6 Stunden andauert, müssen oft kleine Zwischenmahlzeiten eingenommen werden, um eine Hypoglykämie zu vermeiden.

Zusätzlich wird zwei- bis dreimal täglich ein so genanntes Verzögerungsinsulin injiziert, das ca. zwei Stunden nach dem Spritzen zu wirken beginnt. Es versorgt den Körper kontinuierlich über 10 bis 14 Stunden mit Insulin und wird daher meist morgens und abends angewendet.

Die Vorteile der Therapie mit einem kurzwirksamen Analoginsulin und einem Verzögerungsinsulin (Basis-Bolus-Therapie genannt), die Menschen mit Diabetes am meisten schätzen, sind eine flexiblere Gestaltung des Alltags (Berufstätige, Vielreisende etc.) und die Möglichkeit einer kurzfristigen Korrektur von erhöhten Blutzuckerwerten. Die Blutzuckerwerte werden dabei auf den individuellen Zielwert (Blutzuckertherapiebereich = Normbereich) gesenkt, also den Wert, der nüchtern und nach den Mahlzeiten erreicht werden sollte. Die Korrektur der Blutzuckerwerte kann mit einem kurzwirksamen Analoginsulin alle 3 Stunden erfolgen.

Da Sie mit dieser Therapieform eine gute Einstellung der Blutzuckerwerte erreichen können, reduzieren sich auch die Risiken einer Folgeerkrankung. Für diese Therapie empfehlen wir Ihnen die Teilnahme an einer "strukturierten Schulung" für Typ 1 Patienten, die Ihnen das Erlernen wichtiger Themen erleichtert, wie beispielsweise:

  • Stoffwechsel-Selbstkontrolle
  • Unter- und Überzuckerung
  • Spritztechnik
  • Anpassung der Insulindosis
  • Ernährung
  • Bewegung
  • Begleiterscheinungen

 

Kurzwirksame Analog-Insuline 

Humaninsuline 

Zeitpunkt der Injektion

Direkt zu den Mahlzeiten

Vor den Mahlzeiten

Spritz-Ess-Abstand

Entfällt meist

Ca. 30 Minuten

Wirkungseintritt

5-15 Minuten

30-60 Minuten

Injektion nach dem Essen möglich

JA (bedingt)

NEIN

Gesamtwirkdauer

Ca. 3-5 Stunden

Ca. 5-8 Stunden

Zwischenmahlzeiten erforderlich

NEIN meist keine

JA

Häring H.-U. et al. (Hrsg.) Diabetologie in Klinik und Praxis. 6. Auflage. Stuttgart: Thieme 2011. S.196

 

2. Die konventionelle Insulintherapie (CT)

Unter der konventionellen Insulintherapie versteht man die Behandlung mit Mischinsulinen jeweils vor dem Frühstück und dem Abendessen. In manchen Fällen kann eine Injektion vor dem Mittagessen sinnvoll sein.

Typ 2 Diabetiker, die einen regelmäßigen Tagesablauf haben und zu festen Zeitpunkten essen, können mit dieser Therapieform bei relativ geringem Aufwand eine gute Blutzuckereinstellung erreichen.

Bei der Verwendung von Insulinmischungen ist es wichtig, die festgelegte Kohlenhydratmenge zu essen. Wird eine größere Kohlenhydratmenge konsumiert, steigen die Blutzuckerwerte an. Wird eine zu geringe Kohlenhydratmenge gegessen, sinken die Blutzuckerwerte ab.

Prinzipiell stehen zwei Arten von Mischinsulinen zur Verfügung, nämlich Mischungen aus Altinsulinen und langwirksamem Insulin oder schnellwirksamem Analoginsulin und langwirksamem Insulin:

Schnellwirksame Mischinsulin-Analoga3,4 wirken sofort und können direkt zum Essen (ohne Spritz-Ess-Abstand) gespritzt werden. Diese stehen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen (Anteil kurzwirksames Insulin) zur Verfügung. Inwieweit Zwischenmahlzeiten überhaupt noch erforderlich sind, sollte mit dem Arzt und dem Diabetes-Team anhand der Blutzuckerwerte entschieden werden.

Mischungen aus kurz- und langwirksamem Humaninsulin3,4 beginnen nach ca. 30 Minuten zu wirken. Deshalb sollte zwischen dem Spritzen und dem Essen ein Abstand von ca. 30 Minuten eingehalten werden (Spritz-Ess-Abstand). Bei diesen Mischinsulinen sind Haupt- und Zwischenmahlzeiten erforderlich. Kommt es zu Unregelmäßigkeiten beim Verzehr der Mahlzeiten, kann eine Unterzuckerung die Folge sein.

 

Schnellwirksame Analog-Misch-Insuline 

Alt- bzw. Humaninsulin-
mischungen
 

Zeitpunkt der Injektion

Direkt zu den Mahlzeiten

Vor den Mahlzeiten

Spritz-Ess-Abstand

Entfällt meist

Ca. 30 Minuten

Wirkungseintritt

Nach ca. 5-15 Minuten

Nach ca. 30-60 Minuten

Gesamtwirkdauer

10-16 Stunden

10-16 Stunden

Zwischenmahlzeiten erforderlich

Muss überprüft werden, evtl. nein

JA, zumeist

Häring H.-U. et al. (Hrsg.) Diabetologie in Klinik und Praxis. 6. Auflage. Stuttgart: Thieme 2011. S.196

Quellen

  1. Schettler G, Greten H. Innere Medizin.9. Aufl. Stuttgar: Georg Thieme Verlag 1998.
  2. Hien P, Böhm B. Diabetes Handbuch. 5. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin Verlag 2007, 139-141.
  3. Classen M, Diehl V, Kochsiek K, Berdel WE, Böhm M, Schmiegel W(Hrsg). Innere Medizin. 5. Aufl. München: Urban & Fischer Bei Elsevier 2004.
  4. Lilly Deutschland GmbH. Diabetes und Insulin – wie Sie selbst das beste daraus machen.

® 2011 Lilly Deutschland GmbH | Geändert: 20.12.2011